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Gefriertruhe — abtauen, einräumen und was Reif wirklich kostet

Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und bei der Gefriertruhe ist der teuerste Fehler der, den man nicht sieht: eine Reifschicht an der Innenwand, drei Millimeter dünn, die niemand ernst nimmt. Unsere Truhe steht im Keller an einer 230-V-Schuko-Dose, und ich habe zwei Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass sie mit Reif mehr Strom zieht als ohne. Seitdem messe ich sie einmal im Jahr durch und taue ab, sobald die Schicht da ist.

Typische ProblemeDicke Reifschicht, Deckel schließt nicht mehr, Gefriergut taut an, Brummen ohne Ende, Wasser im Innenraum
Aufwand15 Minuten für Zettel-Test und Verbrauchsmessung, ein halber Tag für das Abtauen inklusive Ein- und Ausräumen
WerkzeugKühlboxen und Decken, ein Kunststoffschaber, drei Handtücher, ein Maßband, mein Steckdosenmesser
GrenzeReif, Deckel, Einräumen und Standort sind meine Baustelle. Der Kältekreis gehört dem Kälteanlagenbauer.
Gefriertruhe — abtauen, einräumen und was Reif wirklich kostet
Geöffnete Gefriertruhe mit herausgezogenem Ablaufstopfen an der Vorderseite, davor eine flache Schale mit Tauwasser, darin ein Kunststoffschaber und zwei Handtücher auf dem Kellerboden.

Erste Handgriffe: Stecker raus, Inhalt sichern

Zieh den Netzstecker. Immer, bevor du irgendetwas anderes tust — auch wenn du nur kurz den Deckel offen lassen willst. Unsere Truhe hängt an einer 230-V-Schuko-Dose im Keller; die Dose sitzt hinter dem Gerät, ich ziehe die Truhe seitlich ein Stück vor, damit ich rankomme. Ein Gerät, das ausgeschaltet am Netz hängt, ist nicht spannungsfrei.

Dann der Inhalt, und zwar in der richtigen Reihenfolge. Was zuerst raus muss, ist das, was am schnellsten taut: Eis, Fisch, vorgeschnittenes Obst, alles Kleine. Ich packe in Kühlboxen und wickle den Rest in Decken — zwei Lagen, nicht eine. Eine volle, geschlossene Truhe hält minus 18 Grad gut 24 Stunden, eine halb leere deutlich kürzer — das Gefriergut selbst ist der Kältespeicher. Deshalb packe ich lieber in zwei große Kisten, als fünfmal zu öffnen.

Reif messen — ab wann es sich lohnt

Reif ist nicht dasselbe wie eine Eisplatte. Er ist locker, weiß, und er entsteht aus der Feuchtigkeit der Luft, die bei jedem Öffnen hineinkommt und an der kalten Wand festfriert. Ich messe mit einem einfachen Maßband an zwei Stellen: an der Wand auf halber Höhe und unten am Boden. Ab etwa drei Millimetern taue ich ab — darunter lohnt es nicht, „ein bisschen weiß“ ist kein Befund.

Warum das zählt: Der Reif wirkt wie eine Dämmung — und zwar an der falschen Stelle. Die Kälte kommt aus der Wand, das Gefriergut liegt dahinter. Liegt dazwischen eine Schicht, die schlecht leitet, läuft der Kompressor länger, um dieselbe Temperatur zu erreichen. Du merkst das nicht am Thermometer, sondern an der Laufzeit.

Gemessen habe ich das mit meinem Steckdosenmesser, einem Teil für rund 20 Euro aus dem Baumarkt. 2023 zog die Truhe übers Jahr gerechnet 287 kWh, nach dem Abtauen und mit dichter Dichtung 231 kWh. Das sind 56 kWh Unterschied, bei 35 Cent je kWh knapp 20 Euro im Jahr — für eine Arbeit von einem halben Tag, die ich ohnehin wiederhole.

Abtauen ohne Kratzer

Die Reihenfolge: Stecker raus, Inhalt raus, Deckel offen, Handtücher vor und unter die Truhe. Bei vielen Truhen sitzt unten ein Ablaufstopfen, vorn an der Unterkante oder innen am Boden. Den ziehst du heraus und schiebst das Gerät so, dass das Wasser in eine flache Schale läuft. Fehlt er, schöpfe ich mit einer Kelle und wringe die Handtücher in einen Eimer.

Beschleunigen kannst du mit einer Schüssel heißem Wasser im Innenraum — heiß aus dem Hahn, nicht kochend. Der Kunststoff innen ist nicht für kochendes Wasser gemacht, und der Dampf nimmt die Dichtung mit. Ich stelle zwei Schüsseln rein, Deckel zu, und warte zwanzig Minuten. Danach löst sich die Schicht an den Rändern von selbst.

Jetzt der kritische Teil: Kein Messer, kein Schraubendreher, keine Spachtel aus Metall. Ich nehme einen Kunststoffschaber — einen Teigschaber aus der Küche — und schiebe ihn flach unter die Schicht, sobald sie sich an einer Ecke löst. Was nicht will, bekommt noch zehn Minuten. Jeder Kratzer im Innenraum ist eine Stelle, an der sich der nächste Reif noch schneller festsetzt, weil sie rau ist.

Ein Heizlüfter oder ein Dampfreiniger sind tabu: Die Hitze kommt ungleichmäßig, und was du erreichst, ist ein verformter Deckel. Nach dem Abtauen wische ich mit klarem Wasser nach und trockne sofort — bei unseren 18 °dH bleiben sonst Kalkränder auf dem grauen Kunststoff, die aussehen wie neuer Reif. Erst wenn alles trocken ist, darf der Stecker wieder rein, sonst wird Restwasser sofort wieder zu Eis.

Deckel und Dichtung: warum der Reif zurückkommt

Wenn der Reif nach drei Wochen wieder da ist, war das Abtauen nicht die Lösung, sondern nur die Kosmetik. Dann sucht man die Stelle, an der die Luft hereinkommt, und die findest du mit dem Zettel-Test: Blatt Papier zwischen Dichtung und Gehäuse, Deckel zu, rausziehen. Es muss rundherum klemmen. Bei uns ging das Blatt hinten rechts ohne Widerstand raus — und genau hinten rechts war auch die dickste Reifschicht. Das ist kein Zufall, das ist dieselbe Ursache.

Die zweite Ursache ist ein Deckel, der nicht plan aufliegt. Ich lege die Wasserwaage quer über den Deckel und längs; die Truhe darf in keine Richtung mehr als ein bis zwei Millimeter aus dem Lot sein. Die Füße lassen sich bei den meisten Geräten drehen, und bei uns hat eine Vierteldrehung an einem Fuß gereicht, damit der Deckel wieder von selbst zufällt.

Die Dichtung reinige ich mit warmem Wasser und trockne nach. Keine scharfen Mittel, keine Scheuermilch: Das Profil ist hohl und weich, und sobald es rau wird, zieht es dauerhaft. Bei Rissen wird getauscht — das Teil ist nach E-Nummer bestellbar und wird nur in die Nut gedrückt.

Einräumen, damit die Kälte bleibt, wo sie soll

Kälte fällt nach unten: Fleisch und Fisch ganz unten, Gemüse in einen Korb, Backwaren separat, weil Brot sonst nach allem schmeckt. Jede Packung bekommt Inhalt und Datum, und beim Einräumen gilt hinten das Ältere, vorn das Neue.

Nicht über den oberen Rand hinaus füllen. Der Deckelbereich ist der wärmste Ort in einer Truhe — liegt Gefriergut bis an die Dichtung, taut es dort an, und genau dort bildet sich der Reif zuerst. Ich lasse oben gut eine Handbreit Luft.

Bei größeren Mengen friere ich flach vor: Beutel mit Inhalt auf ein Blech, in den Gefrierraum des Kühlschranks, bis sie durch sind, dann stehend in die Truhe. Flache Platten tauen schneller auf, passen in Lücken und frieren schneller durch. Und was im Karton steckt, kommt aus dem Karton — Pappe zieht Feuchtigkeit und gibt Geruch ab.

Standort, Verbrauch und wann ich aufhöre

Der Standort entscheidet mit, und er ist am billigsten zu ändern. Unsere Truhe steht im Keller, mit fünf bis zehn Zentimetern Abstand zur Wand, damit die Wärme wegkommt. Neben der Heizung, in einer Garage, die sich auf 30 Grad aufheizt, oder dort, wo die Nachmittagssonne hinkommt, läuft dasselbe Gerät gegen die Umgebung an. Ich habe unsere Kellertemperatur im August gemessen: 21 Grad.

Und dann die Grenze. Wenn die Truhe sauber abgetaut ist, die Dichtung dicht ist, der Standort passt und der Kompressor trotzdem ohne Pause brummt, ist das kein Pflegefehler mehr. Genauso, wenn der Reif nach zwei Wochen in derselben Stärke zurück ist, obwohl der Zettel-Test überall klemmt. Das sind Zustände im Kältekreis, und der gehört dem Kälteanlagenbauer. Auch die Entsorgung läuft nicht über den Hausmüll: Große Geräte nimmt der Händler beim Neukauf mit, sonst der Wertstoffhof — und zwar deshalb, weil im Inneren Kältemittel sitzt, das nicht in die Luft gehört. Genau das ist der Grund, warum ich dort nie selbst rangehe.

Prüfliste der Reihe nach

Wo ich aufhöre: Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und an einer Gefriertruhe mache ich vier Dinge: abtauen, Dichtung prüfen, richtig einräumen, Verbrauch messen. Alles andere nicht. Der Kältekreis — Kältemittel, Kompressor, Verdampfer und die Rohre dazwischen — ist Sache des Kälteanlagenbauers, daran gehe ich nicht, und du solltest es auch nicht. Das gilt auch für die Entsorgung: Ein altes Gerät gehört zum Händler oder auf den Wertstoffhof, niemals in den Hausmüll. Was ich nicht anfasse, sind ebenfalls alle spannungsführenden Teile; sobald ein Gehäuse auf müsste, um an eine Platine oder einen Kondensator zu kommen, rufe ich jemanden. Meine ganze Arbeit hier findet bei gezogenem Stecker statt.