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Elektrogeräte entsorgen — Wertstoffhof, Händler und was ins Gerät gehört
Der Wertstoffhof ist zehn Minuten mit dem Auto. Das ist der einzige Grund, warum bei uns kein Altgerät länger als einen Monat im Keller steht. Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker — aber ich habe inzwischen oft genug ein Gerät abgegeben, um zu wissen, was vorher passieren muss, damit es nicht nass, nicht voll und nicht mit meinen Daten dort ankommt.
Kurz gesagt
- Altgeräte gehören nicht in die Restmülltonne. Das ElektroG schreibt die getrennte Erfassung vor, und die Abgabe ist für private Haushalte kostenlos.
- Großgeräte mit einer Kante über 50 Zentimetern nimmt der Händler zurück; beim Kauf eines neuen Geräts ein gleichartiges Altgerät kostenlos, inklusive Abholung.
- Kleingeräte ohne Kante über 25 Zentimeter kannst du auch ohne Neukauf abgeben, beim großen Händler oder an der kommunalen Sammelstelle.
- Akkus und Batterien gehen eigene Wege, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen ebenfalls — sie enthalten Quecksilber.
- Vorher: Netzstecker ziehen, leeren, abtauen, trocknen, Restwasser ablassen, Daten löschen, Zubehör abbauen.
Was das Gesetz im Kern sagt
Grundlage ist das Elektro- und Elektronikgerätegesetz, kurz ElektroG. Es setzt eine europäische Vorgabe um und sagt im Kern drei Dinge: Altgeräte werden getrennt vom Hausmüll erfasst, die Abgabe ist für private Haushalte kostenlos, und Hersteller müssen sich registrieren und die Entsorgung finanzieren.
Ich erzähle hier keine Paragrafen nach. Für dich zählen zwei Sätze: Das Gerät darf nicht in die Restmülltonne, und der Weg dorthin, wo es hingehört, kostet dich nichts.
Was viele unterschätzen: Die Regel gilt auch für Kleinkram. Ein alter Toaster, ein Kabel, eine LED-Lampe, ein Ladegerät — alles getrennt. Dass Händler und Hersteller eigene Pflichten haben, ist deren Sache; deine ist nur, das Gerät an einer der Stellen abzugeben, die es dafür gibt.
Wohin mit was
Die Aufteilung läuft über zwei Maße, und die sind einfacher, als sie klingen.
- Großgeräte — mindestens eine Kante ist länger als 50 Zentimeter: Waschmaschine, Spülmaschine, Kühlschrank, Backofen. Händler, die Elektrogeräte verkaufen und eine bestimmte Verkaufsfläche (ab 400 Quadratmetern) haben, müssen sie zurücknehmen. Kaufst du ein neues Gerät, nehmen sie ein gleichartiges Altgerät kostenlos mit, inklusive Abholung.
- Kleingeräte — keine Kante über 25 Zentimeter: Wasserkocher, Küchenmaschine, Staubsauger, Saugroboter. Große Händler müssen die auch ohne Neukauf annehmen, und jede kommunale Sammelstelle nimmt sie ohnehin.
- Wertstoffhof und Sammelstellen: kostenlos für haushaltsübliche Mengen. Für mich ist das der kürzeste Weg, den ich kenne.
Ein Tipp, der mir eine vergebliche Fuhre erspart hat: vorher kurz anrufen, ob die Stelle Kühlgeräte annimmt. Nicht jede kleine Sammelstelle nimmt alles, und manche haben eigene Termine für Geräte mit Kältemittel.
Was nicht geht: das Gerät neben den Container oder an den Straßenrand stellen. Wilde Ablagerung ist keine Abgabe und kostet im Zweifel mehr als die Fahrt zum Wertstoffhof.
Ein Punkt, den ich bei jedem Neukauf mitschreibe: Die Mitnahme des Altgeräts musst du bei der Bestellung angeben, nicht erst, wenn der Transporter vor der Tür steht. Und ich fotografiere das Gerät vorher einmal von außen — wenn beim Ausbau oder Abtransport etwas beschädigt wird, hast du ein Bild vom Zustand davor.
Akkus, Batterien und Leuchtmittel
Batterien und Akkus haben ihre eigenen Sammelwege: überall dort, wo sie verkauft werden, und bei den kommunalen Stellen. Das gilt auch für die Knopfzelle in der Küchenwaage und für den Akku im Saugroboter.
Bei Lithium-Zellen klebe ich die Pole mit einem Streifen Klebeband ab, bevor sie in die Sammelbox gehen. Klingt pedantisch, hat aber einen handfesten Grund: Kurzschlüsse in Sammelbehältern und Müllfahrzeugen gehören zu den häufigsten Brandursachen bei Abfallbetrieben.
Fest verbaute Akkus lasse ich drin. Ich breche an einem Gerät nichts auf, nur um an eine Zelle zu kommen — das ist die Arbeit der Verwertung, nicht meine.
Bei Leuchtmitteln kommt es auf die Bauart an: Alte Glühlampen dürfen in den Restmüll, LED-Lampen und Energiesparlampen gehören zur Elektro-Sammlung, Leuchtstoffröhren haben einen eigenen Weg, weil Quecksilber drin ist. Wenn eine Röhre bricht: Fenster auf, Scherben mit einem Stück Pappe aufnehmen und nicht staubsaugen. Der Staubsauger verteilt, was du gerade einsammeln willst.
Warum der Hausmüll tabu ist
Drei Gründe, und der dritte ist der, den die meisten unterschätzen.
Wertstoffe. Allein die Kupferwicklung im Motor einer Waschmaschine bringt ein paar Kilo zusammen, dazu kommen Stahl, Aluminium und Platinen mit Edelmetallen. Das wird zurückgewonnen — in der Restmülltonne wird es verbrannt.
Schadstoffe. Kühlgeräte enthalten Kältemittel und Treibmittel in der Dämmung, manche alte Geräte Öl, Lampen Quecksilber, Kunststoffe Flammschutzmittel, Akkus Elektrolyt. In einer Verbrennung landet davon ein Teil in der Luft oder in der Schlacke.
Brandgefahr. Ein Lithium-Akku, der in der Presse eines Müllfahrzeugs gequetscht wird, brennt. Das passiert regelmäßig, und zwar nicht erst in der Anlage, sondern unterwegs im Wagen.
Und es ist schlicht verboten. Wie hoch ein Verstoß zu stehen kommt, legen die Kommunen fest — manche schreiben es in ihre Abfallsatzung.
Was ich mache, bevor das Gerät rausgeht
Netzstecker ziehen — auch dann, wenn das Gerät „nur noch in den Keller soll“. Danach kommt der Rest, in dieser Reihenfolge:
- Leeren. Lebensmittel raus, Fächer raus, Beutel und Filtertüten mit.
- Abtauen und trocknen. Ein Kühlgerät taue ich über Nacht bei offener Tür ab, Handtücher davor, danach mit einem Lappen nach. Ein feuchter Kühlschrank, der geschlossen zwei Wochen im Keller steht, ist danach ein Schimmelproblem und kein Elektroproblem mehr.
- Restwasser ablassen. Bei der Waschmaschine über das Flusensieb und den Ablaufschlauch in eine flache Wanne, bei der Spülmaschine das Sieb herausnehmen und den Schlauch tief halten. Sonst läuft es dir im Kofferraum aus.
- Daten löschen. Ein Saugroboter kennt deinen Grundriss und dein WLAN-Passwort — Werkreset machen und das Gerät aus der App abmelden. Bei Geräten mit Nutzerprofilen gehe ich dieselben drei Fragen durch: Karte, Konto, Passwort.
- Zubehör abbauen, das nicht zum Elektrogerät gehört. Bohnen, Wasserfilterkartusche, textile Teile. Bei Einbaugeräten schraube ich die Möbelfront ab: Die gehört zum Holz, nicht zum Gerät.
- Akkus herausnehmen, wenn sie sich ohne Werkzeug lösen lassen, Pole abkleben und getrennt abgeben.
Und dann eine Grenze, die auch für ein Gerät gilt, das morgen auf den Hänger geht: Ich öffne keinen Kältekreis. Leitungen an einem Kältegerät zu trennen, ist eine Sache für den Kälteanlagenbauer — auch dann, wenn das Gerät danach entsorgt wird.
Bevor du entsorgst: funktioniert es noch?
Ein funktionierendes Gerät abzugeben, ist die teuerste Form der Entsorgung. Bevor ich fahre, geht die Frage nach Kleinanzeigen oder einem Verschenk-Regal: Für Waschmaschinen, die wegen eines Fremdkörpers in der Pumpe stehen, findet sich meist jemand, der sich traut.
Ich habe selbst einmal einen Backofen für 40 Euro gekauft, nur um ihn zu zerlegen und zu verstehen, wie diese Geräte innen aufgebaut sind. Drei Teile habe ich herausgenommen, die ich noch gebrauchen konnte, der Rest ist als Altgerät beim Händler gelandet. Erst ausschlachten, was noch taugt, dann abgeben — solange das Gerät am Ende bei einer ordentlichen Stelle landet und der Kältekreis ganz bleibt, ist das der bessere Weg.
Häufige Fehler
- Das Gerät in die Restmülltonne oder daneben stellen. Beides ist keine Abgabe.
- Den Akku drin lassen. Lithiumzellen sind im Sammelfahrzeug ein echtes Brandrisiko.
- Feucht und geschlossen abgeben. Abtauen, trocknen, Tür offen — sonst züchtest du Schimmel.
- Das Restwasser in der Waschmaschine vergessen. Es läuft auf dem Weg zum Auto aus.
- Daten nicht löschen. Ein Saugroboter kennt deinen Grundriss und dein WLAN-Passwort.