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Türdichtungen pflegen — Gummi, der nicht mehr schließt, kostet Strom

Eine Türdichtung, die nicht mehr schließt, merkst du nicht an der Dichtung, sondern an der Stromrechnung und am Geruch. Bei unserer Kühl-Gefrier-Kombination war es ein Streifen, der sich unten wellte — die Vereisung hinten kam erst danach. Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker; was ich in zehn Jahren am häufigsten gelernt habe, ist, womit man Gummi ruiniert.

Türdichtungen pflegen — Gummi, der nicht mehr schließt, kostet Strom
Ein Notizzettel ist zwischen Türdichtung und Gehäuse eines Kühlschranks eingeklemmt, die Tür geschlossen, die Hand zieht am Papier; daneben eine Schüssel mit warmem Wasser und eine alte Zahnbürste.

Kurz gesagt

Der Zettel-Test: zehn Sekunden pro Stelle

Nimm einen normalen Notizzettel oder einen Streifen von einem Briefumschlag — kein Küchenpapier, das ist zu weich und reißt. Klemm das Blatt zwischen Dichtung und Gehäuse, schließ die Tür und zieh am Papier. Es soll mit spürbarem Widerstand herausgehen. Rutscht es fast von selbst heraus, ist an dieser Stelle Schluss.

Mach das an mindestens sechs Stellen: oben links, oben rechts, beide Seiten auf halber Höhe, unten links und unten rechts. Unten ist fast immer die erste Versagensstelle, weil dort Brösel, Zucker, Fett und Wasser hinkommen.

Beim Kühlschrank kannst du zusätzlich mit einer Taschenlampe prüfen: Lampe in den Innenraum legen, Tür zu, Raum abdunkeln und schauen, ob irgendwo ein Lichtstreifen herauskommt. Bei der Backofentür drückst du das Blatt nur leicht an — die Dichtung ist dort meist ein Glasfasergeflecht, das man nicht quetschen sollte.

Reinigen: warm, neutral, weich

Was du brauchst: eine Schüssel mit warmem Wasser, einen Spritzer neutrales Spülmittel, ein weiches Tuch und eine alte Zahnbürste. Die Zahnbürste ist das eigentliche Werkzeug, weil der Schmutz in den Falten sitzt, nicht auf der Lippe.

So gehe ich vor: Netzstecker ziehen. Dann in Abschnitten von etwa zwanzig Zentimetern arbeiten, nicht in einem Zug rundum — du willst sehen, was du schon hattest. Falten mit dem Finger auseinanderziehen, mit der Bürste nachfahren, bis kein Belag mehr kommt. Danach mit einem nur mit klarem Wasser angefeuchteten Tuch nachwischen und trocken nachreiben.

Zwei oder drei Durchgänge, wenn seit Jahren nichts passiert ist. Bei der Waschmaschine kommt der untere Bereich der Falte dazu; dort steht Wasser, das ich zum Schluss mit einem Lappen herausziehe.

Bei unserer Wasserhärte von 18 °dH sitzt auf Kühlschrank- und Gefrierdichtungen gelegentlich ein heller, harter Rand. Den bekomme ich mechanisch weg, mit viel Wasser und Geduld, nicht mit Säure. Säure auf Gummi ist genau der Fehler, der drei Monate später zur undichten Stelle führt.

Was Gummi kaputtmacht

Drei Gruppen, und alle drei wirken langsam — deshalb fallen sie nicht auf:

Womit du stattdessen pflegst: mit nichts. Eine saubere, trockene Dichtung braucht keine Pflege. Wenn die Lippe im Sommer am Gegenstück festklebt, tupfe ich mit dem Finger ganz wenig Talkum auf ein Tuch und gehe hauchdünn über die Lippe. Trocken, kein Fett, kein Film, der Schmutz bindet.

Waschmaschine und Trockner: Falten, Wasser, schwarze Punkte

Der Faltenbalg der Waschmaschine ist die undankbarste Dichtung im Haus: Er steht dauernd feucht, bekommt Waschmittelreste ab und hat unten eine Tasche, in der Wasser stehen bleibt. Schwarze Punkte in den Falten sind Schimmel, keine Verschmutzung.

Netzstecker ziehen, die Falten mit der Hand auseinanderziehen und mit Zahnbürste und warmem Wasser mit etwas Spülmittel ausgehen. Danach die Tasche unten mit einem Lappen leeren und die Tür offen lassen, bis alles trocken ist. Ich mache das alle zwei Monate; wer viel bei 30 Grad wäscht, öfter.

Was dauerhaft hilft, ist keine Reinigung, sondern eine Gewohnheit: Nach dem Waschen Tür und Waschmittelschublade offen lassen, bis innen alles trocken ist. Und nicht mehr Waschmittel nehmen, als der Härtebereich verlangt — der Überschuss landet genau dort.

Sitzt der Schimmel tief im Material, kommt er nach zwei oder drei Wochen zurück, egal wie oft du bürstest. Dann ist der Balg durch. Das tausche ich nicht selbst: Dafür muss die Front ab, und den Spannring bekommt man ohne Erfahrung nicht wieder richtig hin.

Beim Trockner ist es einfacher: Die Türdichtung ist meist ein Filz- oder Gummistreifen und wird nur abgewischt.

Kühlschrank und Backofen: zwei Baustellen

Beim Kühlschrank steckt in der Dichtung eine Magnetleiste. Wenn die Tür nur noch anlehnt, statt von selbst zuzufallen, ist oft nicht der Gummi das Problem, sondern die Leiste hat ihre Kraft verloren — oder der Schrank hängt schief. Prüf beides, bevor du bestellst.

Messbar wird eine undichte Tür an zwei Stellen: Der Kompressor läuft öfter, und hinten im Gerät bildet sich mehr Reif, weil ständig warme, feuchte Luft nachströmt. Bei unserer Truhe merke ich eine schlechte Dichtung daran, dass nach zwei Monaten wieder drei Millimeter Reif an der Wand stehen.

Beim Backofen wird die Türdichtung heiß und kalt, und genau das macht sie spröde. Reinigen nur mit einem feuchten Tuch und klarem Wasser, kein Backofenspray, keine Scheuermilch: Das Geflecht nimmt das übel, und du backst es beim nächsten Gang wieder aus. Ist die Dichtung an einer Ecke offen oder bröselt beim Darüberwischen, wird sie getauscht. Eine undichte Backofentür kostet dich oben und unten unterschiedliche Ergebnisse, und du suchst den Fehler im Rezept statt an der Tür.

Ein Wort zum Gasherd: Gas ist tabu. Dafür gibt es den Fachbetrieb — da gehe ich nicht ran.

Wann nur Tausch hilft

Tauschen, wenn eines davon zutrifft:

Ein Versuch vorher lohnt trotzdem, wenn sie nur wellt: Die Stelle mit einem heißen, feuchten Lappen ein paar Minuten anwärmen — kein Föhn — und mit dem Finger in die Nut zurückdrücken. Bei uns hat das einmal zwei Jahre gehalten.

Für den Tausch brauchst du die E-Nummer vom Typenschild, nicht die Bezeichnung auf der Frontblende. Und prüf vorher, ob nicht einfach die Tür schief hängt: Ein Gerät, das nicht in Waage steht, quetscht die Dichtung auf einer Seite platt und lässt sie auf der anderen offen. Das ist keine kaputte Dichtung, sondern eine halbe Stunde mit der Wasserwaage.

Häufige Fehler