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Staubsauger — wenn die Saugkraft nachlässt, ist es selten der Motor
Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker — und bei einem Staubsauger mit nachlassender Saugkraft ist der Motor ungefähr der letzte Verdächtige, nicht der erste. Das Gerät saugt nicht durch Kraft, sondern durch Luft, die bewegt wird. Ist der Weg dicht, dreht der Motor im Leerlauf weiter und macht kaum noch Geräuschunterschied — das sieht von außen aus wie ein schwacher Motor und ist in Wahrheit ein verstopfter Luftweg. Wo der sitzt, prüfe ich in einer festen Reihenfolge: fünf Stellen, und die erste ist der Schlauch. Nicht der Filter und nicht der Beutel.
Erste Handgriffe: Stecker raus, und warum die Reihenfolge falsch herum ist
Zieh den Netzstecker. Immer, bevor du irgendetwas anderes tust — auch wenn du nur den Schlauch abziehst, um hindurchzuschauen. Unsere Dose im Hauswirtschaftsraum ist eine ganz normale 230-V-Schuko-Dose, und das Gerät zieht beim Anlaufen ordentlich Strom. Alles, was ich hier beschreibe, passiert am ausgesteckten Gerät; nur die beiden Hörproben ganz am Ende laufen mit Strom.
Zur Reihenfolge: Der Luftweg führt von der Düse über Rohr und Schlauch in den Beutel und von dort durch zwei Filter zum Motor. Der logische Weg wäre also von vorn nach hinten. Ich gehe trotzdem andersherum, und zwar nach Trefferquote. Der Schlauch ist die Stelle, an der es bei uns am häufigsten sitzt, und er ist in zwanzig Sekunden geprüft. Danach erst gehe ich den Weg von vorn nach hinten durch: Düse, Rohr, Beutel, Filter.
Warum die Umstellung: Ich habe jahrelang zuerst den Beutel gewechselt. Bringt das nichts, ist der Beutel trotzdem weggeworfen, und der eigentliche Grund sitzt hinten im Schlauch. Das ist dieselbe Reihenfolge, die ich mir 2014 bei der Waschmaschine angewöhnt habe — erst die dummen Ursachen, dann die teuren.
Stelle 1: Der Schlauch — hier sitzt es am häufigsten
Schlauch abziehen, meist über eine Rastung oder ein Bajonett am Handgriff, und gerade auf den Boden legen. Dann drei Handgriffe, die zusammen eine Minute dauern. Erstens: mit der flachen Hand abtasten, über die ganze Länge. Eine feste Beule, die sich nicht wegdrücken lässt, ist ein festsitzender Gegenstand. Zweitens: den Schlauch gegen eine Lampe halten und hindurchschauen. Drittens: die Rippen an den beiden Enden ansehen — dort, wo der Knickschutz sitzt, entstehen die Risse, und zwar zuerst an der Unterseite der Falten.
Wenn etwas feststeckt, schiebe ich es mit einem glatten Rundstab heraus, dünner als der Schlauch, von dem Ende aus, das dem Gegenstand am nächsten ist. Kein Schraubendreher, kein Draht mit scharfer Kante; der Schlauch ist innen empfindlicher, als er aussieht. Bei uns war es in den letzten Jahren einmal ein Bonbonpapier, einmal ein Stück Knete aus dem Kinderzimmer und einmal ein einzelner Baustein.
Sitzt der Schlauch selbst nur geknickt, merkst du das an einer Stelle, die dauerhaft heller oder rissig ist. Dann hilft kein Reinigen: Ein Schlauch, der auf fünf Zentimetern abgeknickt war, bleibt eine Engstelle. Ersatzschläuche gibt es ohne den Gerätenamen, wenn du den Innendurchmesser kennst — bei unserem sind es 32 Millimeter. Ich messe am Anschlussstück nach, bevor ich bestelle.
Stelle 2: Die Bodendüse und die Bürstenwalze
Die Düse ist der Teil, den man ansieht und trotzdem übersieht. Dreh das Gerät um — ausgesteckt — und schau auf die Unterseite. Dort sitzen fast immer zwei Dinge: die Gleitsohle mit dem Saugkanal und, bei Düsen mit Antrieb, die Bürstenwalze. Um die Walze wickeln sich Haare und Fäden, und zwar von beiden Seiten nach innen, bis zwischen Walze und Gehäuse kein Spiel mehr ist. Dann dreht sie langsamer, der Riemen rutscht, und du verlierst auf Teppich mehr Saugkraft als durch jede Verstopfung im Schlauch.
Ich schneide die Wicklung mit einer kleinen Schere längs auf und ziehe sie ab. Nicht herausreißen: Die Walze sitzt in Lagern, und an den Enden liegen die Filzdichtungen, die du mit rausreißt. Danach drehe ich die Walze mit dem Finger; sie muss mit leichtem Widerstand und ohne Schleifen laufen.
Der Saugkanal selbst ist die zweite Stelle: Bei uns steckte einmal ein flacher Keks in der Mitte des Kanals, sichtbar erst, nachdem ich mit der Taschenlampe hineingeleuchtet hatte. Und prüfe die Umschaltung für Teppich oder Hartboden. Steht sie dazwischen, saugt die Düse an der falschen Stelle.
Stelle 3: Das Saugrohr und der Luftregler am Handgriff
Beim Teleskoprohr reicht der Blick: ausziehen, gegen das Licht halten, durchschauen. Ein Hindernis sitzt meist an einer der beiden Verbindungsstellen, weil sich dort die Kante des Rohrs in den Schmutz gräbt.
Dann der Punkt, den kaum jemand kennt: Viele Handgriffe haben einen kleinen Schieber, ein Drehrad oder einen Ring mit Löchern — die Nebenluftöffnung. Sie ist dazu da, die Saugkraft zu drosseln, wenn du Gardinen oder einen empfindlichen Teppich saugst. Steht dieses Ding offen, weil jemand daran gespielt hat oder es beim Abstellen aufgestoßen wurde, zieht das Gerät den größten Teil seiner Luft dort und nicht an der Düse. Die Folge sieht exakt aus wie ein Motorproblem.
Mein Test kostet zehn Sekunden: Gerät einstecken, laufen lassen, flache Hand auf die Düse halten. Der Motor muss hörbar höher drehen und heller werden, weil er keine Luft mehr bekommt. Bleibt das Geräusch fast gleich, zieht er Nebenluft — dann gehst du die Verbindungsstellen einzeln mit der Hand ab, während er läuft. Du spürst die undichte Stelle deutlicher, als du sie hörst.
Stelle 4: Der Beutel und warum die Anzeige lügt
Der Beutel ist der Verdächtige, den alle zuerst wechseln — und er ist oft unschuldig. Wichtiger als der Füllstand ist die Frage, was drin ist. Feiner Staub legt sich wie eine Schicht auf das Papier und verstopft die Poren: Nach einem Bohrloch in der Wand, nach Renovierungsstaub oder nach dem Ausleeren von Asche ist ein halbvoller Beutel dichter als ein voller mit normalem Hausstaub. Das Gerät verliert Luft, obwohl noch Platz wäre.
Die Beutelwechsel-Anzeige hilft dabei nicht weiter, weil sie keinen Füllstand misst. Sie reagiert auf den Unterdruck im Gerät. Sie geht also auch dann an, wenn der Schlauch dicht ist oder die Düse verstopft. Eine Anzeige, die direkt nach dem Beutelwechsel wieder kommt, ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Ursache woanders sitzt.
Beim Einsetzen prüfe ich zwei Dinge: Die Pappe des Beutels muss ganz in die Halterung geschoben sein, und die Gummimembran am Einlass darf nicht eingeklemmt sein. Sitzt die Pappe schief, zieht das Gerät daran vorbei, der Staub landet im Innenraum statt im Beutel — und du findest ihn später am Motorschutzfilter wieder.
Stelle 5: Motorschutzfilter und Abluftfilter — die letzte Stelle, nicht die erste
Hinter oder unter dem Beutel sitzt bei fast allen Geräten ein kleiner Schaumstofffilter, der Motorschutzfilter. Er soll verhindern, dass Staub, der am Beutel vorbeigegangen ist, in den Motor gelangt. Er verstopft langsam und unbemerkt, und wenn er zu ist, hilft auch ein neuer Beutel nichts mehr. Ich klopfe ihn über dem Mülleimer aus und wasche ihn nur, wenn es ausdrücklich erlaubt ist; danach muss er vollständig trocken sein, bevor er zurückkommt. Ein feuchter Filter zieht Staub an wie ein Magnet.
Der zweite Filter sitzt hinten am Gerät, dort, wo die Luft austritt. Das ist der Abluftfilter, in älteren Geräten eine Kassette mit Faltenvlies, in neueren ein Filter, der deutlich dichter ist. Auch hier: ausklopfen statt waschen, es sei denn, es ist ausdrücklich freigegeben. Und prüfe das Gitter selbst — ein Abluftgitter, das zu zwei Dritteln von Flusen abgedeckt ist, macht aus einem gesunden Gerät ein scheinbar schwaches.
Wenn alle fünf Stellen frei sind und die Saugkraft trotzdem fehlt, dann schaue ich mir erst den Motor an. Anzeichen, die ich ernst nehme: ein Geruch nach verbranntem Lack, Funkenflug, der am Lüftergitter sichtbar wird, ein unrunder Anlauf oder ein Schutzschalter, der immer wieder auslöst. Das ist keine Sache für mich. Dann notiere ich die E-Nummer vom Typenschild, meist hinten am Gehäuse oder im Beutelfach, und rufe jemanden. Der Beutel selbst gehört in den Restmüll; das Altgerät fahre ich zum Wertstoffhof, das ist bei uns zehn Minuten.
Prüfliste der Reihe nach
- Netzstecker ziehen — vor allem anderen, auch wenn du nur durch den Schlauch schauen willst.
- Schlauch abziehen, mit der Hand abtasten, gegen das Licht halten; Fremdkörper mit einem glatten Rundstab herausschieben und die Falten an beiden Enden auf Risse prüfen.
- Bodendüse umdrehen: Haare und Fäden längs aufschneiden, nicht herausreißen, danach die Walze mit dem Finger drehen.
- Saugrohr durchschauen und den Luftregler am Handgriff prüfen — steht er offen, saugt das Gerät dort.
- Hörprobe: Hand auf die Düse halten. Der Motor muss hörbar höher drehen; bleibt das Geräusch gleich, zieht er Nebenluft an einer Verbindungsstelle.
- Beutel prüfen: Die Wechsel-Anzeige misst Unterdruck, keinen Füllstand. Feiner Staub dichtet einen halbvollen Beutel ab.
- Motorschutzfilter ausklopfen, Abluftfilter und Abluftgitter hinten von Flusen befreien — nur waschen, wenn es ausdrücklich erlaubt ist.
- Bleibt die Leistung weg: Nach verbranntem Lack riechen, Funkenflug oder unrunden Anlauf prüfen, E-Nummer notieren und den Kundendienst rufen.
Wo ich aufhöre: Wo ich aufhöre, ist klar: Ich öffne das Gehäuse eines Staubsaugers nicht. Motor, Kohlebürsten, Platine und Netzteil liegen hinter Schrauben, hinter denen Netzspannung anliegt, und ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker — dort habe ich nichts zu suchen. Mein Multimeter benutze ich an diesem Gerät überhaupt nicht, auch nicht spannungsfrei, weil es mich nur verleiten würde, doch weiterzugehen. Alles, was ich tue, passiert am Luftweg, den jeder ohne Werkzeug aufbekommt: Düse, Rohr, Schlauch, Beutelraum, die beiden Filter. Was ich zusätzlich mache, ist Dokumentation: E-Nummer vom Typenschild notieren, aufschreiben, wann die Leistung nachgelassen hat und was kurz davor gesaugt wurde — Renovierungsstaub und Asche sind bei uns die häufigsten Auslöser für einen dichten Beutel. Und eine Entscheidung treffe ich vorher: Ein Gerät, das mehr als zehn Jahre alt ist und dessen Motor hinüber ist, repariere ich nicht mehr. Der Weg führt dann zum Wertstoffhof und nicht in den Hausmüll.