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Saugroboter — Sensoren, Bürsten und die Stelle, an der er hängen bleibt

Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker — und bei unserem Saugroboter war die teuerste Vermutung einmal die falscheste. Er blieb zwei Wochen lang immer an derselben Türschwelle zwischen Flur und Küche stehen und drehte ab. Ich war sicher, dass die Karte einen Fehler hat, habe sie gelöscht, neu anlernen lassen, wieder gelöscht. Am Ende war es ein Fingerabdruck auf einem der Absturzsensoren an der Unterseite. Seitdem gilt bei uns: Wenn er immer an der gleichen Stelle aufgibt, putze ich zuerst die Sensoren und denke über die Software erst danach nach.

Typische ProblemeBleibt an derselben Stelle stehen, fährt an Wänden entlang statt zu wenden, findet die Ladestation nicht, meldet blockiertes Rad, saugt schwach
AufwandFünf Minuten für die Sensoren, eine Viertelstunde mit Bürsten und Rädern
WerkzeugTrockenes Mikrofasertuch, weicher Pinsel, kleine Schere, Pinzette, Fugendüse vom Staubsauger, Handy für Fotos
GrenzeDen Laserturm, das Gehäuse und den Akku öffne ich nicht. Ich reinige, was von außen zugänglich ist: Sensorfenster, Stoßstange, Bürsten, Räder, Kontakte.
Saugroboter — Sensoren, Bürsten und die Stelle, an der er hängen bleibt
Saugroboter auf dem Rücken: die drei Absturzsensoren an der Unterseite sind mit einem trockenen Mikrofasertuch abgewischt, daneben liegt die herausgenommene Hauptbürste mit einer Schere und abgewickelten Haaren.

Erste Handgriffe: Stecker raus heißt hier Station raus

Zieh den Netzstecker — und zwar den der Ladestation, nicht nur den Roboter vom Dock nehmen. Das Gerät selbst hat einen Ein-Aus-Schalter; den schalte ich aus, bevor ich es umdrehe. Ein Roboter, der auf dem Rücken liegt und dabei einen Tastendruck bekommt, fährt die Bürsten an. Das ist der eine Handgriff, der an diesem Gerät wirklich gefährlich ist.

Dann der Ablauf, den ich seit dem Vorfall an unserer Schwelle einhalte. Erst die Sensorfenster, dann die Stoßstange, dann die Bürsten und Räder, dann der Behälter und der Filter. Erst wenn das alles sauber ist, rühre ich die Karte an. Nicht umgekehrt: Wenn die Sensoren verschmutzt sind, kartiert er denselben Fehler nach dem Zurücksetzen wieder ein.

Ein Wort zur Station, weil mehr Roboter an schlecht stehenden Stationen scheitern als an Defekten. Unsere hängt an einer 230-V-Schuko-Dose an der Flurwand im Haus von 1998. Sie braucht nach vorn mindestens einen halben Meter freie Fläche und nach beiden Seiten etwa einen halben Meter, sonst kommt er schräg an und dreht ab. Direkt vor einem Teppich oder auf einem Teppich steht sie bei uns nicht.

Absturzsensoren: warum er den Boden für eine Treppe hält

An der Unterseite sitzen drei bis vier kleine Fenster, meist vorn links, vorn rechts und mittig. Sie sind keine Kameras und keine Taster: Sie schicken unsichtbares Licht nach unten und messen, wie viel davon zurückkommt. Kommt wenig zurück, weil ein Film aus Staub, Fett oder einem Fingerabdruck auf dem Fenster liegt, rechnet das Gerät mit großer Entfernung — es „sieht“ einen Abgrund, wo in Wahrheit ein Teppich liegt, und stoppt.

Genau das war unser Fall. Unsere Schwellen zwischen Flur und Küche sind knapp zwei Zentimeter hoch, 1998 eingebaut, und an genau denen hat er immer abgedreht. Sauber gemacht hat er sie danach anstandslos überfahren. Der Test ist einfach: Fenster mit dem trockenen Mikrofasertuch abwischen, danach mit dem kaum angefeuchteten Tuch nachgehen und sofort trockenreiben. Kein Glasreiniger, keine Tücher mit Zusätzen; was auf dem Fenster einen Film hinterlässt, erzeugt denselben Fehler wieder.

Der Nebeneffekt, den man leicht übersieht: Ein schmutziger Absturzsensor meldet sich nicht nur an Kanten, sondern auch beim Rückwärtsfahren zum Dock. Bleibt er kurz davor stehen, sind es oft genau diese Fenster und nicht die Station.

Die Stoßstange: wenn er denkt, er stößt überall an

Die gesamte Front des Geräts ist ein bewegliches Teil. Drück sie an fünf Stellen: Mitte, links, rechts und je einen Punkt daneben. Sie muss überall leicht nachgeben und von selbst zurückfedern. Klemmt sie an einer Stelle oder klebt der Spalt von Staub zu, steht der Schalter permanent auf „Hindernis“.

Woran du das merkst: Er fährt sehr langsam auf Wände zu, dreht ab, bevor er sie berührt, oder er meldet ein Hindernis auf freier Fläche. Das sieht aus wie ein Navigationsproblem und ist eines der Mechanik. Ich streiche den Spalt rundum mit einem trockenen Pinsel aus und sauge ihn danach mit der Fugendüse ab. Öl, Fett oder Kriechspray kommen da nicht hinein — der Spalt soll genau so leichtgängig bleiben, wie er gebaut wurde, und Fett zieht Staub an.

Was ich nicht mache: die Stoßstange abhebeln, um an die Schalter darunter zu kommen. Sie ist geclipst, die Nasen brechen beim zweiten Versuch, und darunter sitzen Kabel. Wenn die Stoßstange nach dem Reinigen immer noch klemmt, ist das ein Fall für den Kundendienst.

Der Laserturm oben und die Kamera vorn

Viele Geräte haben oben einen kleinen runden Turm, der sich beim Start dreht und leise surrt. Das ist der drehende Entfernungsmesser, mit dem das Gerät den Raum abtastet. Das Kunststofffenster an seinem Rand bekommt über Monate einen feinen grauen Film, und der Turm sieht die Wände dann näher oder weiter, als sie sind — die Karte verschiebt sich, das Gerät fährt Kanten ab, die es nicht gibt.

Geputzt wird trocken, mit dem Mikrofasertuch, und zwar am Fenster selbst. Den Turm schraube ich nicht auf. Darin sitzt ein rotierender Laser in einer Fassung, die nach dem Öffnen niemand wieder justiert, den ich nicht kenne. Auch Flüssigkeit kommt dort nicht hin: Sie läuft am Spalt in die Mechanik.

Hat dein Gerät stattdessen eine Kamera vorn an der Stoßstange oder an der Oberseite, gilt dasselbe: ein fusselfreies Tuch, ein leichter Wisch, kein Druck auf die Mitte. Und eines darfst du erwarten: Der Turm muss beim Start hörbar anlaufen. Schleift er, dreht er ruckweise oder bleibt er stehen, ist das kein Reinigungsfall mehr.

Bürsten, Räder und die Haare an der Achse

Die Seitenbürste ist mit einer Schraube befestigt. Schraube heraus, Bürste abziehen — und dann nicht nur die Borsten ansehen, sondern das Fach darunter. Um den Zapfen wickelt sich Haar, bis die Bürste nicht mehr mitdreht und der Motor dagegen arbeitet. Ich schneide die Wicklung mit der kleinen Schere auf und ziehe sie mit der Pinzette ab.

Die Hauptbürste liegt unter einer Klappe auf der Unterseite, meist mit zwei Riegeln. Nimm sie heraus und sieh dir die beiden Achszapfen an: Dort sitzt das Haar am festesten, weil es sich in die Lager hineinzieht. Auch hier schneiden statt reißen. Ist die Bürste mit Gummilamellen statt Borsten bestückt, prüfe ich die Lamellen auf Risse; eine gebrochene Lamelle klappert und nimmt den Schmutz nicht mehr mit.

Der Fehler, der am häufigsten falsch gedeutet wird: „Rad blockiert“ oder ein ständiges Anhalten an derselben Stelle. Dreh beide Räder einzeln mit dem Finger und drücke sie dabei nach oben und unten. Sie müssen federnd nachgeben und ohne Schleifen drehen. In den Radkästen sitzt Haar, das sich um die Achse legt, und bei uns ist das die Ursache Nummer zwei nach den verschmutzten Sensoren.

Zum Schluss der Behälter: leeren, Filter ausklopfen. Ich wasche den Filter nur, wenn es freigegeben ist, und er kommt erst zurück, wenn er richtig trocken ist — ein feuchter Filter senkt die Saugleistung, und die Feuchtigkeit zieht durch bis zum Motor.

Das Wischmodul, der Akku und wann ich aufhöre

Wer ein Wischmodul hat, kennt das: Nach ein paar Wochen kommt aus den feinen Öffnungen kaum noch Wasser. Bei uns liegt das an den 18 °dH, Härtebereich „hart“ — der Kalk setzt sich genau dort ab, wo die Bohrung am engsten ist. In den Tank fülle ich nur Wasser, keine Zusätze: Reiniger greift die kleinen Dichtungen an und schäumt in der Pumpe. Das Modul nehme ich nach jeder Fahrt heraus und lasse es offen trocknen; der Tank gehört nicht in die Spülmaschine.

Der Akku ist der Punkt, an dem ich die Grenze aus Erfahrung ziehe. Ich tausche das Akkupack als Ganzes, wenn die Laufzeit deutlich nachlässt — bei uns war das nach etwa zwei Jahren der Punkt, an dem aus neunzig Minuten zwanzig wurden. Was ich nicht tue: das Pack öffnen. Darin liegen Zellen, an denen nichts zu reparieren ist, und ein beschädigter Akku gehört nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof.

Und die Software, mit der ich angefangen hatte: Karte löschen und neu anlernen ist der letzte Schritt, nicht der erste. Ich mache das nur, wenn vorher alle Sensorfenster sauber, die Stoßstange gängig und die Räder frei waren. Bleibt er danach an derselben Stelle stehen oder meldet einen Fehler, den ich nicht einordnen kann, notiere ich die E-Nummer vom Typenschild auf der Unterseite und höre auf.

Prüfliste der Reihe nach

Wo ich aufhöre: Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und am Saugroboter heißt das für mich drei konkrete Stopps. Erstens: Den Laserturm öffne ich nicht. Darin sitzt ein rotierender Laser, den nach dem Öffnen niemand wieder einjustiert — und ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn man in einen laufenden Turm greift. Zweitens: Das Gehäuse bleibt zu. Platine, Motor und die Verkabelung der Stoßstange liegen hinter Clips, die beim zweiten Öffnen brechen, und dahinter arbeite ich nicht. Drittens: Ein Akkupack tausche ich nur als Ganzes; ich öffne keine Zellen, ich messe nicht mit dem Multimeter daran, und ein defekter Akku geht zum Wertstoffhof statt in den Hausmüll. Was ich mache, ist alles, was von außen zugänglich ist: Sensorfenster wischen, Stoßstange prüfen, Bürsten und Radkästen von Haar befreien, Behälter und Filter leeren, Kontaktflächen an Roboter und Station abreiben. Dazu kommt die Notiz, die mir am meisten hilft: Wo genau bleibt er stehen, was liegt dort auf dem Boden, und passiert es immer oder nur bei Tageslicht. Diese drei Angaben sparen mehr Zeit als jede Reparatur, die ich nicht machen darf.