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Wäschetrockner — warum er plötzlich nicht mehr trocknet
Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, aber ich habe in zehn Jahren genau einen Trockner wirklich nicht mehr ans Laufen bekommen — und auch da war es nicht das Heizelement. In neun von zehn Fällen, in denen ein Trockner „plötzlich nicht mehr trocknet“, ist der Luftweg zu. Nicht die Technik. Ich gehe deshalb immer dieselben fünf Stellen ab, von der Klappe in der Tür bis zum Raum, in dem das Gerät steht.
Erste Regel: Stecker raus, und zwar am Stecker
Zieh den Netzstecker, bevor du auch nur die Türklappe aufmachst. Bei einem Trockner meine ich das ernster als bei den meisten anderen Geräten, aus zwei Gründen: Er hängt an 230 Volt mit einer ordentlichen Leistung hintendran, und in seinem Inneren sammelt sich brennbarer Staub. Bei uns steckt er an einer eigenen Schuko-Dose, nicht in einer Mehrfachleiste mit Waschmaschine und Bügeleisen zusammen.
Der zweite Grund: Alles, was du hier prüfen willst, erreichst du von vorn und oben. Du musst nur dann in das Gerät hinein, wenn etwas richtig kaputt ist — und dann bist du bei mir an der falschen Adresse.
Unser Trockner steht auf einem Zwischenrahmen über der Waschmaschine, beide 60 Zentimeter breit, in derselben Nische. Das ist bequem, aber es bedeutet auch: Die warme, feuchte Luft bleibt in einem kleinen Raum. Merk dir das für den fünften Punkt weiter unten.
Der Flusenfilter — und der zweite dahinter
Der erste Filter sitzt unten in der Türöffnung, ein flaches Gitter, das du nach oben herausziehst. Die Flusen wischt du trocken mit der Hand ab, nicht nass. Ich sauge den Filter alle paar Durchgänge zusätzlich ab, weil sich der feine Staub in die Maschen setzt und dort beim nächsten Trocknen wie eine Wand wirkt.
Der zweite Filter ist der, den fast niemand kennt. Bei vielen Geräten sitzt hinter der unteren Klappe noch ein Feinfilter, oft als Kassette mit Rahmen. Den kannst du herausnehmen und unter lauwarmem Wasser auswaschen — gründlich, aber ohne Bürstengewalt, das Vlies wellt sich sonst. Er muss vollständig trocken sein, bevor er zurückgeht. Ein nasser Feinfilter ist schlechter als ein leicht verschmutzter.
Was du dabei herausholst, gehört in den Restmüll. Nicht in die Toilette und nicht in den Ausguss — Flusen verfilzen im Rohr.
Der Kondensator — Lamellen, kein Kältemittel
Bei einem Kondensationstrockner sitzt hinter der unteren Klappe ein Wärmetauscher: ein Block aus dünnen Metalllamellen, in dem die feuchte Warmluft ihr Wasser abgibt. Er sieht nach Technik aus, ist aber ein Blechpaket mit Luft dazwischen. Genau diese Luftspalte setzen sich mit Flusen zu, und dann kondensiert nichts mehr.
Ich nehme den Block heraus — er hat meist einen Bügel zum Entriegeln — und spüle ihn unter lauwarmem Wasser von oben nach unten durch. Mit der Dusche oder einem harten Strahl gehst du nicht ran, das verbiegt die Lamellen. Wenn Wasser unten nicht mehr herausläuft, sondern steht, sitzt noch etwas; dann hilft nur Geduld und ein zweiter Durchgang.
Wichtig: Dieser Block ist bei einem normalen Kondensationstrockner nur von Luft und Wasser durchströmt. Bei einem Wärmepumpentrockner liegt dort der Kältekreis drin. Ich spüle auch dort nur das, was von vorn erreichbar ist und laut Anleitung dafür gedacht ist. Alles, was dahinter kommt, ist Sache des Kälteanlagenbauers — da gehe ich nicht ran.
Der Feuchtigkeitssensor — zwei blanke Streifen
Wenn der Trockner die Wäsche heiß, aber ungleichmäßig trocken zurückgibt oder ständig zu früh aufhört, schaue ich auf den Sensor. Das sind zwei oder drei blanke Metallstreifen vorn im Bereich der Türöffnung, meist unten an der Einfüllöffnung, manchmal an einer Rippe in der Trommel. Sie messen, wie feucht die Wäsche noch ist, indem sie den Widerstand über das nasse Textil prüfen.
Sie funktionieren nur, wenn sie blank sind. Waschmittelreste, Weichspülerfilm und Kalk legen sich als Belag darüber, und das Gerät liest „trocken“, obwohl die Wäsche noch klamm ist. Ich reibe die Streifen mit einem trockenen Tuch ab und bei hartnäckigem Belag mit einem leicht angefeuchteten Tuch. Scheuermittel und Stahlwolle bleiben weg: Eine zerkratzte Kontaktfläche misst für immer falsch.
Ein weiterer Punkt sitzt direkt daneben: der Kondenswasserbehälter. Wenn er voll ist und kein Ablaufschlauch gelegt wurde, bricht das Programm ab. Ich leere ihn nach jedem zweiten Durchgang, bei uns sind das gut zwei Liter.
Der Raum, der Schlauch und die Luft, die weg muss
Ein Trockner entzieht der Wäsche Wasser und gibt es an die Umgebung ab — bei einem Ablufttrockner durch einen Schlauch nach draußen, bei einem Kondensationstrockner in den Behälter, bei einem Wärmepumpentrockner ebenfalls in den Behälter, nur sparsamer. Drei Dinge gehen dabei schief.
Erstens: Der Abluftschlauch — falls vorhanden — ist geknickt, zu lang oder steckt in einem Fenster, das nicht richtig schließt. Zweitens: Der Raum ist zu klein und zu kalt. Unter etwa 15 Grad wird die Kondensation träge, und im Winter bei offenem Kellerfenster trocknet unsere Maschine merklich schlechter. Drittens: Der Raum bekommt die Feuchtigkeit nicht los. Ich lüfte während des Trocknens quer und lasse die Zimmertür offen, sonst schlägt sich das Wasser an der kältesten Wand nieder.
Das ist der Punkt, an dem ein Trockner „kaputt“ ist, obwohl er es nicht ist. Prüf den Raum, bevor du ein Teil bestellst.
Wann ich aufgebe und was dann passiert
Einige Befunde sind für mich das Ende der Fahnenstange. Ein Riemen, der quietscht oder gerissen ist, sitzt hinter einer Gehäusewand. Ein Trommellager, das beim Drehen mahlt, ebenfalls. Und wenn die Trommel zwar dreht und die Luft frei ist, aber es wird überhaupt nicht mehr warm, komme ich ohne Öffnen des Geräts nicht weiter — das ist Kundendienst, nicht Bastelstunde.
Bei einem Wärmepumpentrockner gilt zusätzlich: Kältemittel und Verdichter sind tabu. Ich reinige Filter und Lamellen von außen, und wenn das nicht reicht, ruft man jemanden, der das darf. Genau so halte ich es auch mit Gas — da gehe ich grundsätzlich nicht ran.
Und wenn die Diagnose auf ein teures Teil hinausläuft, rechne ich einmal: Alter des Geräts, Preis des Teils, Arbeitszeit. Unser letzter Trockner ging mit dreizehn Jahren zum Wertstoffhof — nach ElektroG gehört ein Großgerät dorthin oder zurück zum Händler, auf keinen Fall in den Hausmüll. Zehn Minuten Fahrt, und die Sache ist erledigt.
Prüfliste der Reihe nach
- Netzstecker ziehen, bevor du die untere Klappe öffnest.
- Kondenswasserbehälter leeren und prüfen, ob ein Ablaufschlauch abgeknickt ist.
- Flusenfilter in der Türöffnung herausnehmen und trocken abstreifen, am besten absaugen.
- Den zweiten Filter (Feinfilter hinter der unteren Klappe) herausnehmen, unter lauwarmem Wasser waschen und vollständig trocknen lassen.
- Kondensator entnehmen und von oben nach unten durchspülen — Lamellen nicht mit hartem Strahl verbiegen.
- Feuchtigkeitssensor mit einem trockenen Tuch abreiben, keine Scheuermittel.
- Luftweg und Raum prüfen: keine Knicke im Schlauch, Raum gelüftet, über 15 Grad.
- Bleibt alles feucht: Typenschild fotografieren und die Reparatur gegen Alter und Zeitwert rechnen.
Wo ich aufhöre: Ich öffne das Gehäuse nicht. Sobald ich an spannungsführende Teile, an die Platine, den Antriebsriemen, das Heizelement oder die Trommellager müsste, bin ich raus. Bei einem Wärmepumpentrockner lasse ich den Kältekreis komplett liegen: Kältemittel und Verdichter sind Sache des Kälteanlagenbauers, da gehe ich nicht ran. Meine Arbeit endet an den Stellen, die ohne Werkzeug erreichbar sind — Filter, Kondensator von vorn, Sensor, Luftweg und Aufstellort. Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und genau deshalb halte ich diese Grenze ein.