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Dunstabzugshaube — der Fettfilter, den alle vergessen
Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und an der Dunstabzugshaube ist mir das recht: Der häufigste „Ausfall“ ist keiner. Die Haube brummt weiter, nur zieht sie nichts mehr, und der Grund ist ein Fettfilter, den seit Monaten niemand herausgenommen hat. Unsere hängt über dem Ceranfeld in der Einbauküche, die noch vom Vormieter stammt — das Haus ist von 1998, das Abluftloch sitzt seitdem in der Außenwand. Seit ich den Küchenpapier-Test mache, weiß ich in zehn Sekunden, ob es an der Haube liegt oder am Schacht dahinter.
Erste Handgriffe: Stecker raus, Filter raus
Zieh den Netzstecker. Immer, bevor du irgendetwas anderes tust. Bei Einbauhauben ist das lästiger als bei freihängenden Geräten: Die Dose sitzt meist im Oberschrank über der Haube oder hinter der Blende, und „Aus“ am Bedienfeld reicht nicht — bei unserer läuft die Elektronik im Standby weiter.
Danach nimmst du die Fettfilter heraus. Sie sitzen unten in der Haube, meist zwei Kassetten nebeneinander. Je nach Bauart hält sie ein Rasthebel, ein Drehverschluss oder zwei Federdrähte. Eine Hand darunter halten, wenn du löse: Was sich über Wochen im Filter gesammelt hat, ist flüssig, sobald es warm wird.
Der Abstand nach unten ist beim Wiedereinbau der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren. Die Filter müssen hörbar einrasten. Sitzt einer nur halb drin, klappert er bei laufendem Motor — und genau dieses Klappern ist der häufigste Grund, warum Leute einen Motorschaden vermuten, den es gar nicht gibt.
Der Metallfettfilter — gegen das Licht halten
Der Test dauert fünf Sekunden: Filter gegen die Deckenlampe halten. Siehst du keine hellen Punkte mehr durch das Streckmetall, ist er zu. Bei uns ist das nach vier bis sechs Wochen der Fall, wenn täglich gekocht wird — schneller, wenn viel gebraten wird, weil Fetttröpfchen die Maschen schneller schließen als Staub.
Zum Reinigen geht der Filter in die Spülmaschine, aber allein: bei 60 Grad, ohne Geschirr, senkrecht stehend, damit das Wasser durchlaufen kann. Zusammen mit einer Tellerladung verteilt sich das Fett auf dem Geschirr, und du hast den Ärger an zwei Stellen. Von Hand geht es genauso: in sehr heißem Wasser mit fettlösendem Spülmittel eine halbe Stunde einweichen, danach mit einer weichen Bürste in Richtung der Maschen bürsten, nicht quer. Drahtbürste und Scheuermilch lasse ich weg — die Beschichtung ist dünn, und aufgerautes Metall hält den nächsten Fettfilm noch besser fest.
Wichtig, und das wird oft übersehen: Der Filter muss vollständig trocken sein, bevor er zurück in die Haube kommt. Ein nasser Filter tropft aufs Ceranfeld, und bei unserer Einbauküche läuft das dann an der Frontblende herunter. Ich lasse ihn über Nacht auf einem Gitterrost stehen.
Der Küchenpapier-Test: saugt sie überhaupt?
Um zu prüfen, ob die Haube noch Leistung bringt, halte ein Blatt Küchenpapier von unten gegen den Filter und schalte auf mittlere Stufe. Das Papier muss von selbst hängen bleiben. Fällt es ab, ist der Durchsatz zu gering, und die Frage ist nur: Filter oder Weg nach draußen.
Der Test ist deshalb so nützlich, weil er vorher und nachher funktioniert. Ich mache ihn unmittelbar vor dem Reinigen und noch einmal, wenn die Filter trocken wieder drin sind. Bleibt das Papier danach trotzdem nicht hängen, liegt es nicht am Filter — und dann spare ich mir die zweite Runde Schrubben und schaue in den Schacht.
Ein zweiter Messwert, den ich mir gemerkt habe: Wenn die Küche nach dem Braten noch eine halbe Stunde riecht, obwohl die Haube auf höchster Stufe läuft, stimmt etwas am Luftweg. Eine intakte Anlage hat den Geruch in etwa zehn Minuten draußen. Das ist kein Normwert, sondern meine eigene Beobachtung über Jahre — aber die Abweichung merkst du sofort.
Umluft: der Aktivkohlefilter und die Küchenwaage
Das gilt nur, wenn deine Haube auf Umluft läuft, also keine Abluft nach draußen hat. Dann sitzt hinter den Metallfiltern ein weiterer Filter, meist ein flacher Rahmen oder eine runde Kassette, gefüllt mit Aktivkohle. Er nimmt den Geruch aus der Luft, bevor sie zurück in die Küche geblasen wird.
Ich wasche ihn nicht. Ich tausche ihn, bei uns zweimal im Jahr — einmal im Frühjahr, einmal im Herbst, weil ich mir das so merke. Bestellt wird nach E-Nummer, meist unter 30 Euro.
Den Sättigungsgrad kannst du mit der Küchenwaage ganz gut einschätzen: Ein neuer Filter aus derselben Charge wiegt bei unserem Gerät rund 180 Gramm, der gebrauchte nach einem halben Jahr gut 30 Gramm mehr. Das ist die Feuchtigkeit und das Fett, das die Kohle festhält. Wann immer ich unsicher bin, wiege ich nach. Der Geruchstest ist einfacher, aber subjektiv: Wenn es beim Anbraten nach Fett riecht, obwohl die Haube auf höchster Stufe läuft und die Metallfilter frisch sind, ist die Kohle durch.
Abluft: Schlauch, Bogen und Mauerkasten
Bei Abluftbetrieb ist der Weg nach draußen der zweite Verdächtige. Unser Schlauch hat 150 Millimeter Durchmesser und läuft von der Haube durch den Oberschrank in den Mauerkasten in der Außenwand. Genau an diesem Stück passieren drei Dinge: Er wird beim Zurückschieben der Haube eingeklemmt, er wird zu lang und legt sich in einen Bogen, in dem sich Kondenswasser sammelt, oder er wird zu einem Faltschlauch mit Rillen, in denen Fett hängen bleibt.
Ich gehe den Weg einmal mit der Taschenlampe ab, Stecker raus. Sitzt der Schlauch auf ganzer Länge in seinen Schellen? Lässt er sich ohne Kraft verschieben, oder ist er irgendwo gequetscht? Bei uns war es einmal eine Plastiktüte, die beim Einbau eines Oberschranks in den Schacht gerutscht war und sich vor das Gitter gelegt hatte. Seitdem schaue ich dort zuerst hin.
Dann der Mauerkasten von außen. Die Rückstauklappe muss sich leicht bewegen lassen und bei laufendem Betrieb offen stehen. Klebt sie fest, ist sie mit einer Fett-Schicht verklebt, die sich mit einem Lappen und heißem Spülmittelwasser entfernen lässt. Und schau, ob sich dahinter etwas eingenistet hat — Laub im Herbst ist bei uns der Klassiker. Ich halte im Betrieb die Hand vor die Öffnung: Wenn du dort keinen Luftzug spürst, bringt die ganze Haube nichts.
Laut, tropfend und wann ich aufhöre
Klappern kommt fast immer von einem Filter, der nicht eingerastet ist, oder von einem Schlauch, der gegen die Rückwand des Oberschranks schlägt. Ein Stück Schaumstoff dazwischen hilft. Dröhnen statt Brummen heißt meist, dass ein Laufrad nicht mehr frei läuft — das ist der Punkt, an dem ich aufhöre.
Tropfen hat zwei Ursachen: ein nasser Filter, den wir schon hatten, oder Kondenswasser im Schacht. Bei Abluft nach draußen trifft warme Küchenluft im Winter auf kalte Luft im Rohr, und das Wasser läuft zurück. Abhilfe ist Gefälle: Der Schlauch soll mit leichtem Gefälle nach außen verlegt sein. Ich prüfe das mit der Wasserwaage, zwei Millimeter auf den Meter reichen.
Der Abstand zum Kochfeld steht in der Montageanleitung; bei unserem Elektrofeld sind es 65 Zentimeter von der Kochfläche bis zur Unterkante der Haube. Zu niedrig hängende Hauben überhitzen die Elektronik, zu hoch hängende saugen den Dunst nicht mehr, bevor er sich im Raum verteilt.
Wo ich aufhöre: Motor dreht nicht mehr an, es riecht nach verschmortem Kunststoff, oder die Beleuchtung fällt aus und sitzt hinter einer Blende, für die ich Leitungen lösen müsste. Dann notiere ich E-Nummer und Fehlercode und rufe jemanden. Eine Haube hängt über dem Herd, an einer Wand, auf Kopfhöhe — das ist nicht das Gerät, an dem man mit dem Multimeter herumfingert.
Prüfliste der Reihe nach
- Netzstecker ziehen — die Dose sitzt bei Einbauhauben meist im Oberschrank hinter der Blende.
- Fettfilter herausnehmen und gegen die Lampe halten: Kommt noch Licht durch die Maschen?
- Küchenpapier-Test: Ein Blatt muss auf mittlerer Stufe von selbst am Filter hängen bleiben.
- Metallfilter reinigen — Spülmaschine bei 60 Grad ohne Geschirr oder heißes Wasser mit Spülmittel und weicher Bürste.
- Filter vollständig trocknen lassen, sonst tropft es später aufs Kochfeld.
- Beim Umluftgerät den Aktivkohlefilter tauschen: bei uns zweimal im Jahr, Gewicht mit der Küchenwaage vergleichen.
- Abluftschlauch auf Knicke, Quetschungen und Gefälle nach außen prüfen, Mauerkasten und Rückstauklappe von außen kontrollieren.
- Motor dreht nicht an oder es riecht verschmort: E-Nummer notieren und den Kundendienst rufen.
Wo ich aufhöre: Ich bin kein ausgebildeter Kundendiensttechniker, und an der Dunstabzugshaube endet meine Arbeit dort, wo das Gehäuse auf müsste. Was ich mache: Fettfilter herausnehmen und reinigen, Aktivkohlefilter tauschen, Luftweg prüfen, Schacht und Mauerkasten kontrollieren. Was ich nicht mache: alles am elektrischen Innenleben. Motor, Kondensator, Platine und die Beleuchtung, wenn sie hinter einer Blende mit Steckverbindungen sitzt, sind Kundendienst. Eine Haube hängt über dem Kochfeld auf Kopfhöhe, und ich habe keine Lust, dort oben mit offener Verkleidung zu hantieren. Am Mauerkasten arbeite ich nur von außen und nur mechanisch — alles, was mit der Bausubstanz zu tun hat, macht ein Fachbetrieb. Und falls du ein Gaskochfeld unter der Haube hast: Diese Kombination rühre ich nicht an. Gas ist tabu, dafür gibt es den Fachbetrieb.